Samstag, 3. Juli 2010

(Un)einigkeit und (Un)recht und (Un)freiheit

Kürzlich brachte 'Die Welt' einen Artikel über eine Studie an die Öffentlichkeit, welche besagt, dass Muslime, umso gläubiger sie sind auch umso gewalttätiger seien.
Unter anderem heißt es in diesem Artikel: „die Gewalttätigkeit mit zunehmender Bindung an den Islam wachse. Je gläubiger sie sind, umso weniger empfinden sie sich selbst auch als deutsch.“ Nur weil sich ein Migrant nicht als Deutscher fühlt, macht ihn das nicht gewalttätiger. Seit wann Kann man denn durch das Nationalitätsempfinden auf die Gewaltbereitschaft schließen?
Dahingegen wird über die Christen gesagt: „Unter christlichen Jugendlichen sei der Trend umgekehrt: Je religiöser, desto weniger neigen diese dazu, Gewalt anzuwenden.“ Komisch!
Die Studie wurde mit 45.000 Menschen durchgeführt, darunter nur 10.000 Migranten. Wie viele von den Migranten tatsächlich „wahre“ Muslime waren und nicht nur welche, die aufgrund ihrer Herkunft einen „islamischen Hintergrund“ mit sich bringen, bleibt offen. Mal wieder! Wir reden hier nicht darüber, dass es genug Menschen gibt, die kriminell sind, obwohl sie „offizieller weise“  einer Weltreligion angehören. Die Ungerechtigkeit liegt darin, dass man durch irgendwelche Menschen, die sich weder im Islam auskennen, noch diesen tatsächlich praktizieren auf die Religion an sich schließt und damit den Islam als „gewalttätige Religion“ pauschalisiert. Denn solch einer Etikettierung nach zu urteilen, müsste man sagen, dass es sich bei allen Deutschen um Christen handelt, ganz gleich ob diese nicht wissen wie eine Kirche von innen aussieht und die Kommunion nur aufgrund der lukrativen Geschenke als erstrebenswert erachten. Demnach müsste man aber leider feststellen, dass die Christen so ganz und gar nicht nach ihrer ach so friedvollen Bibel handeln. Trotzallem wird in den Medien niemals der Glaube, also das Christentum, als Hauptmotiv für eine Handlung herangezogen.
Ist es unter diesen Umständen nicht fragwürdig, auf welchem Wahrheitsgehalt diese parteiische Studie beruht?
 Ganz nebenbei erwähnt, ging es bei dieser Studie nicht lediglich um Gewalt, vielmehr lautet die Überschrift: „Kinder und Jugendliche in Deutschland: Gewalterfahrungen, Integration und Medienkonsum.“ Bei dieser Studie ( für jedermann nachzulesen im Internet) hat man versucht durch den Medienkonsum Jugendlicher auf deren Gewaltbereitschaft zu schließen. An dieser Stelle hätt ich eine Frage an das Kriminologische Forschungsinstitut in Niedersachen welches diese Studie durchgeführt hat: „Apropos Gewalt, habt ihr da oben nicht genug mit euren Skinheads zu tun?“
Schlagzeilen wie: „Horst K. vergewaltigt seine Kinder und erschlägt anschließend Frau samt Kinder“ oder „Rüdiger F. sperrte seine Tochter 15 Jahre in seinen Keller und zeugte 8 Kinder mit ihr.“ sind keine Seltenheit. Allerdings scheint man bei diesen Personen den kleinen aber feinen Unterschied, dass es sich hierbei um „Christen“ handelt, vergessen zu haben. So ein Malheur passiert den Reportern natürlich nicht, wenn sie berichten, dass 3 Jugendliche in der U-Bahn einen alten Mann verprügelt haben. Unter ihnen „Gerald M., Tobias F. und der Muslim  Hassan G.“
Warum scheint bei den deutschen Straftaten die Religion keine Rolle zu spielen? Weil die Deutschen sowieso nicht sehr gläubig sind und der Glaube daher kein Motiv sein kann? Gut, dann möchte ich aber auf den „Kirchenskandal der Bischöfe“ hinweisen, der mittlerweile schon in Vergessenheit geraten zu sein scheint.
Es ist allgemein bekannt, dass die Kirche zum Christentum gehört, genauso wie der dazugehörige Bischof. Nur bekommt man in den Medien lediglich Aussagen wie: „Bischof Wilhelm K. hat sich an Kindern vergriffen“ zu hören. Wieder wird die Religion nicht in Verbindung mit der Tat gebracht. Warum werden nicht auch die Muslime, nach ihren freien Handlungen beurteilt, sondern nach ihrem Glauben, welcher wie es aussieht, sowieso als Sündenbock für alles herhalten muss.
Was bei der Studie mehr als offensichtlich nicht vorgegeben war, waren Kriterien für die Einordnung in „religiös“, „wenig“ oder „nicht religiös“.  Es heißt zwar „Muslime“ und „religiös“ wären die Sortierpunkte gewesen, aber wenn jemand für jemanden  extrem religiös scheint, muss das nicht auch die Einschätzung von anderen sein. Wo bleiben also die nötige Transparenz dieser Studie und die genaue Definierung? Nach welchen Maßstäben wurde der „Grad des Glaubens“ beurteilt?
Nebenbei erwähnt, gilt wohl jeder Bürger in Deutschland, der sich aus Glaubensgründen (trotz Fußball-WM wohlgemerkt), nicht die Birne mit Pils, Hefeweizen und Co. abschießt, als „ganz schön extrem“.

Es ist kein Zweifel daran, dass viele Migranten Probleme mit ihrer Integration haben. Die Militanz der Jugendlichen rührt vor allem daher, dass sie gesellschaftlich in vielfältiger Weise ausgegrenzt werden: rassistische Diskriminierung aufgrund ihrer ethnischen Herkunft; große Schwierigkeiten einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz und gesellschaftliche Anerkennung zu finden.
Das alles löst Militanz aus, mit der sich die Jugendlichen die Anerkennung „erkämpfen“ wollen, die ihnen von der Gesellschaft verweigert wird.
Die Frage ist nur, weshalb für diese Probleme, deren Ursprung eindeutig in ihrer gesellschaftlichen Fehleinstellung zu suchen sind , der Islam in den Dreck gezogen wird.
Die Feinde des Islam werden diese Studie beglückt aufgreifen und als Werkzeug benutzen, um von den Muslimen mehr oder weniger repressiv zu verlangen, sich noch stärker als bisher an die BRD-Gesellschaft zu assimilieren; auch der Leiter der Studie, Professor Pfeiffer, argumentiert in dieser Richtung. Er benutzt zwar nicht den Begriff „assimilieren“, fordert aber eine „viel radikalere Integration“ der muslimischen Jugendlichen als bisher.
Es ist die Aufgabe der Politiker, die Aufgabe der deutschen Gesellschaft, diese Ausgrenzungen abzuschaffen und eine wirkliche Integration zuzulassen, anstatt die Muslime mehr oder weniger offensichtlich zu einer Assimilation zu zwingen.
Aber nein, stattdessen  demonstriert man zu tausenden von Menschen, gegen die Erbauung einer Moschee, um ja zu verhindern, dass die  Muslime ihre Religion in unserem Deutschland frei ausleben dürfen. Und selbst wenn die Demonstration keine Früchte trägt, so ist zumindest darauf zu achten, dass die Kirchenspitze höher ragt als die der Moschee. „INTEGRATION“ sieht anders aus, von „DEMOKRATIE“ wollen wir gar nicht erst anfangen.

Das einzig Gute an Studien ist, dass es genug von ihnen gibt, die ein völlig anderes Licht auf die Sache werfen:
Die vorgestellten statistischen Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) gelten für die Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2004 und umfassen alle Tatverdächtigten.
  • Vergewaltigung und sexuelle Nötigung nach § 177 Abs. 2,3 und 4, sowie nach § 178:
    8.831 Fälle
  • sonstige sexuelle Nötigung nach § 177 Abs. 1 und 5:
    6.792 Fälle
  • Menschenhandel nach § 180b und § 181 Abs. 1 Nr. 2 und 3:
    820 Fälle
  • sexueller Missbrauch von Kindern § 176, § 176a und §176b:
    15.255 Fälle
  • sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen unter Ausnutzung einer Amtsstellung oder eines Vertrauensverhältnisses:
    1.807 Fälle
  • exhibitionistische Handlungen mit Erregung öffentlichen Ärgernisses:
    8.834 Fälle
  • Besitz und/oder Beschaffung von Kinderpornografie § 184 Abs. 5:
    4.819 Fälle
Zum Vergleich ist hier ein Link aufgeführt, der aufzeigt wie die Kriminalitätsrate (‚Total crimes‘)  in allen Ländern der Welt aussieht. Anhand der Studie müsste aus der Statistik hervorgehen, dass  die islamischen Länder eine höhere Kriminalitätsrate aufweisen. Zum direkten  Vergleich sollte man daher vor allem auf Saudi-Arabien achten, da wohl kaum ein „islamischerer“ Staat existiert.
 http://www.nationmaster.com/graph/cri_tot_cri-crime-total-crimes
Hier für die Faulen noch kurz die Top 5:

Rank     Countries           Amount   
# 1    United States:       11,877,218  
# 2    United Kingdom:     6,523,706  
# 3    Germany:                  6,507,394  
# 4    France:                      3,771,850  
# 5    Russia:                     2,952,370 
Saudi-Arabien hingegen taucht erst auf Platz 50 auf.

Quelle: Dawa-news